Gold und Bronze:
Moritz Nörl holt Europameistertitel im Riesenslalom/
Sven Ortel 3. Europameister der Junioren



Bericht auf Idowa

Die Erfolgssträhne der Inline Alpin Sportler Moritz Nörl und Sven Ortel vom DJK-SV Adlkofen geht im wahrsten Sinn des Wortes „ungebremst“ weiter. Beide zeigten im baden-württembergischen Degmarn zunächst beim Internationalen Inline Cup und bei den Europameisterschaften im Slalom und Riesenslalom hochklassigen Sport. In der schnellen Disziplin Riesenslalom holte sich der 17-jährige Sven Ortel die Bronzemedaille bei den Junioren, bei den Herren sicherte sich der 22-jährige Moritz Nörl die Goldmedaille und brachte den Europameistertitel ins niederbayerische Adlkofen.

Die Ergebnisse aus zwei Durchgängen des Internationalen Inline Cups in Degmarn galten als Qualifikation zur Riesenslalomeuropameisterschaft. Jeweils 30 Startplätze wurden für den EM-Finaldurchgang ausgefahren. Mit Platz vier qualifizierte sich Sven Ortel souverän für das Top 30 Finale der Junioren. Mit einem fulminanten Lauf in 34,58 Sekunden schaffte Ortel dann auch den Sprung auf das Podest und feierte mit Junioreneuropameister Andreas Hilble (Neu-Ulm) und Jörg Bertsch (Degmarn) einen Dreifacherfolg des Deutschen Teams in der von Deutschland dominierten Slalom- und Riesenslalomdisziplinen. Simon Schachtner vom TSV Gerzen gelang mit einem beherzten Lauf ein weiteres Ergebnis unter Europas Top 10 Läufern bei den Junioren. In 35,72 Sekunden holte er einen hervorragenden 7. Platz. „Das hatte ich heute nicht erwartet“, meinte Ortel nach dem Rennen zur EM-Bronzemedaille, „scheinbar brauche ich die Qualifikationsläufe zum Warmfahren um mich wirklich zu steigern“.

Downhillspezialist Moritz Nörl fand im 1. Durchgang der Qualifikation noch nicht richtig ins Rennen und belegte Platz 10. Mit einem Fabellauf im 2. Durchgang knackte er in 33,32 Sekunden auf der 320 Meter langen, relativ flachen aber schnellen Piste in Oedheim die Bestzeit des Führenden Kristaps Zvejnieks aus Lettland (33,62 Sekunden). In der Addition der beiden Läufe gewann Nörl die Wertung zum Internationalen Inlinecup der Herren und rückte für das Finale in den Favoritenkreis der Titelaspiranten auf.
Die besten dreißig Riesenslalomfahrer bei den Herren inszenierten im Finallauf der Europameisterschaft einen wahren Inlinekrimi: Nur wenige Zehntelsekunden trennten die besten zehn Läufer des Finales um den Europameistertitel.
Moritz Nörl startete im Showdown der Vorlaufbesten als drittletzter, unterbot die Bestzeit von Benedikt Heudorfer-Merz (Neu-Ulm) um fünf Zehntelsekunden und hatte damit schon die Bronzemedaille sicher. Mit 34,62 Sekunden egalisierte Ricco Walz (Steinenbronn) die Zeit von Moritz Nörl, beide befanden sich damit zeitgleich auf Silberkurs. Die Entscheidung hing vom lettischen Nationalteam-Fahrer Kristaps Zvejnieks ab, der im Winter im alpinen Skiweltcup startet. Als der amtierende Inline-Slalom-Weltmeister Zvejnieks die Ziellinie passierte und 9/100 Sekunden hinter den beiden deutschen Topläufern lag, kannte der Jubel im Lager des Deutschen Rollsport- und Inlineverbandes (DRIV) keine Grenzen mehr: Ricco Walz und Moritz Nörl wurden mit einer identischen Zeit beide Europameister. Für den deutschen Riesenslalommeister von 2011, Moritz Nörl war der Medaillengewinn bei einer Europameisterschaft eine Premiere. „Im ersten Durchgang habe ich versucht in der Abfahrtshocke auf Linie zu fahren. Als ich den geringen Rückstand gesehen habe, wusste ich, dass da heute noch was geht“, meinte Nörl in der Nachbetrachtung, „es war natürlich auch etwas Glück dabei, weil die Abstände der ersten drei ja kaum messbar waren – dass für mich eine Goldmedaille bei der Europameisterschaft raussprang ist schon ein sehr, sehr gutes Gefühl!“

Mit vier Finalteilnehmern unter den Top 30 bei den Junioren und den Herren war die „Trainingsgruppe Ruhmannsdorf “ der Landshuter Inlinevereine eines der erfolgreichsten Teams der Europameisterschaft. Auch im Slalom waren die Sportler aus der Region Landshut in den Toprängen. Nach Platz 3 in der Qualifikation zum Slalom belegte der Adlkofener Sven Ortel mit Platz fünf einen weiteren Spitzenplatz bei den Junioren und verpasste nur um 0,54 Sekunden eine weitere Medaille, Simon Schachtner vom TSV Gerzen wurde 10..



Die niederbayerischen Topläufer aus der Region Landshut Simon Schachtner (links), Moritz Nörl (Mitte) und Sven Ortel (rechts) sorgten bei der Europameisterschaft der Inliner in Degmarn für Aufsehen: Ein Europameistertitel bei den Herren, die Bronzemedaille bei den Junioren, Platz 7 im Riesenslalom und Platz 5 und 10 im Slalom waren eine glänzende Ausbeute.





















Siegerehrung der Riesenslalomeuropameisterschaft in Degmarn: Zeitgleich sichern sich die deutschen Ricco Walz (links) und Moritz Nörl (Mitte) die Goldmedaille bei der EM, die Bronzemedaille ging an Kristaps Zvejnieks (rechts) aus Lettland.
























Die Trainingsgruppe „Ruhmannsdorf“ aus der Region Landshut war auf den Punkt fit für die Europameisterschaft im Riesenslalom. Im Bild v.l.n.r.: Trainer Udo Nörl, Simon Schachtner, Moritz Nörl, Sven Ortel


Ergebnisse:

Europameisterschaft Inline Alpin Riesenslalom 06.07.2013 Degmarn (GER)
Europameisterschaft Inline Alpin Slalom 07.07.2013 Degmarn (GER)

Internet: weitere Infos:
http://www.tsv-degmarn.de/
http://www.world-inline-alpine-committee.org/cgi-bin/wiac_pages.cgi?page=home