Inline-Weltmeisterschaft Frankreich: Landshuter Downhillskater in der Weltspitze
Annalena Rettenberger Vizeweltmeisterin/ Moritz Nörl auf Platz 4



Großer Erfolg für den Inlinesport in Niederbayern: Die Landshuter Inlinesportler Annalena Rettenberger vom TSV Haarbach und Moritz Nörl vom DJK-SV Adlkofen behaupteten sich bei der Downhillweltmeisterschaft im französischen Lyon in der Weltspitze. Auf dem Stadtkurs in Lyon vor der imposanten Kulisse des UNESCO-Welterbes, der Basilika Notre-Dame auf dem Fourviere-Hügel hinunter zur Kathedrale Saint-Jean-Baptiste de Lyon starteten 80 Rennläufer, darunter acht Frauen hauptsächlich aus den europäischen Ländern, aber auch aus den USA, Australien und Indien. Der Stadtkurs sorgte bereits vor dem Rennen bei den Weltmeisterschaftsteilnehmern wegen seiner Steilheit mit Gefälleabschnitten von 15 % und radikalen Richtungsänderungen für reichlich Diskussionen.



Die Senkrechtstarterin im Inline Downhill in dieser Saison, Annalena Rettenberger vom TSV Haarbach, die nur aufgrund einer Sondergenehmigung des Weltdachverbandes IIDA in diesem Jahr als 15-jährige Läuferin bereits am Downhillweltcup teilnehmen durfte, begann ihre Trainingsfahrten verhalten, steigerte sich dann in den Zeitläufen, fuhr im entscheidenden Weltmeisterschaftslauf auf Platz 2 und holte sich den damit verbundenen Vizeweltmeistertitel bei den Damen vor einer dicht gedrängten Zuschauerkulisse auf der 1,3 km langen Strecke ins Stadtzentrum von Lyon. Die junge Haarbacherin hatte erst vor wenigen Wochen durch zwei Weltcupsiege im schweizerischen Lausanne für Furore gesorgt und rückte damit in den Kreis der WM-Medaillenfavoritinnen auf.

Der Adlkofener Moritz Nörl, der in diesem Jahr neben dem Europameistertitel im Riesenslalom bereits drei Downhillweltranglistenrennen gewonnen hatte, musste sich vorab gegen 72 Mitkonkurrenten für einen Top 30 Platz qualifizieren, um am Weltmeisterschaftsendlauf teilnehmen zu können.
Die Qualifikation wurde im Rahmen eines IIDA-Weltcuprennens ausgefahren. Als bester deutscher Teilnehmer auf Rang vier qualifizierte sich Moritz Nörl erwartungsgemäß zusammen mit seinen Teamkollegen aus der Nationalmannschaft des Deutschen Rollsport- und Inlineverbandes (DRIV) Tobias Wöhrle (Ebingen) und Theo Frommlet (Memmingen) für den Endlauf. Beide derzeit unter den Top 10 der Weltrangliste beendeten die Weltmeisterschaft mit dem 18. (Frommlet) bzw. mit dem 15. Platz (Wöhrle), was schon auf die hochwertige Besetzung und den Schwierigkeitsgrad des Rennens schließen ließ. Nörl konnte den vierten Platz im Weltcup nicht mehr toppen und blieb im WM-Finale auf Rang 4, seine bisher beste Platzierung bei einer Weltmeisterschaft. Der große Favorit des Rennens, der Lyoner Lokalmatador Harry Pernat, mehrfacher Downhill-Weltmeister der vergangenen Jahre konnte den Titel nicht gewinnen. Pernat steigerte im WM-Endlauf trotz seines überlegenen Weltcupsieges seine Geschwindigkeit noch einmal und übersprang dabei mit über 80 km/h eine im Zielschuss eingebaute Schikane, die ihm eine Zeitstrafe einbrachte und er auf den 3. Platz zurückfiel. Der Schweizer Alex Zweili nutzte die Gelegenheit zur Silbermedaille und der Weltcupführende Daniel Ladurner setzte sich in der Königsdisziplin der Inline Alpin Disziplinen wiederholt die Krone auf.

Annalena Rettenberger kam in allen Durchgängen aus dem Strahlen nicht mehr heraus. Im ersten Durchgang auf Platz vier steigerte sie sich im zweiten Durchgang auf Platz drei, was gleichbedeutend mit dem dritten Platz in der Weltcupwertung war. Angespornt von ihrem schwer erkämpften Podiumsplatz beim Weltcup donnerte die junge Haarbacherin unbekümmert aber konzentriert die schwierige Bergstrecke hinunter und kam als Vizeweltmeisterin hinter der mehrfachen Weltmeisterin, der Französin Marjorie Phlippoteau und vor einer weiteren starken Französin Emilie Sadoux ins Ziel.

"Das Teilnehmerfeld war sehr stark besetzt", charakterisierte der für die Downhillnationalmannschaft des Deutschen Rollsport-und Inlineverbands (DRIV) zuständige Disziplintrainer und Vater von Moritz Nörl, Udo Nörl (Adlkofen), den Lugdunum Skate Contest in Frankreich "nur bei den Weltmeisterschaften fahren auch die besten Läufer aus den außereuropäischen Skatenationen mit. Diese Stadtkurse mit den extremen Richtungsänderungen können wir in Deutschland nicht trainieren, die Franzosen fahren im Stadtzentrum mit der Metro den Berg hinauf und auf der Einbahnstraße runter - eigentlich unglaublich. Unsere Läufer haben sich in diesem Feld wirklich sehr gut geschlagen. Mit Annalena Rettenberger, die erst in der kommenden Saison ins Nationalteam aufrückt, haben wir eine sehr talentierte junge Läuferin, die vor allem leidenschaftlich gern Downhill fährt. Sie hat in dieser Saison viel vom gemeinsamen Training mit den erfahrenen Nationalteamfahrern im Landshuter Raum, Martin Sedlmeier und Moritz Nörl profitiert. Inzwischen fahren drei Läufer aus der Region Landshut im Downhill in der Weltspitze, das ist wirklich für den Inlinesport in unserer Region sensationell."

Rettenberger , die das Rennen "einfach nur cool" fand und Nörl, der dem sogenannten "undankbaren vierten Platz" nichts Undankbares mit seinem besten WM-Ergebnis seiner Sportkarriere abgewinnen konnte, gingen mit diesen Platzierungen selbstbewusst in den letzten Wettbewerb, dem Inline-Cross-Weltcup, bei dem vier Starter gleichzeitig im KO-System gegeneinander fahren und die besten zwei jeweils eine Runde weiterkommen. Auch hier fuhren die Landshuter Downhillexperten taktisch klug, so dass sich beide für das Große Finale im letzten europäischen Crosswettbewerb qualifizieren konnten. Beide holten sich zum Abschluss noch einen Podiumsplatz : Annalena Rettenberger kam bei den Damen hinter den französischen Doppelsiegerinnen Marjorie Phlippoteau und Emilie Sadoux ins Ziel und Moritz Nörl überquerte als Dritter die Ziellinie hinter dem Franzosen Harry Pernat und dem Österreicher Daniel Ladurner.

Mit diesen Ergebnissen steht bereits vor dem letzten Weltcuprennen in Brasilien, den beide nicht besuchen, fest, dass sie in der Weltranglistengesamtwertung 2013 in den Top 3 bleiben.



Links:

http://www.leprogres.fr/sport-local/2013/09/22/harry-perna-tombe-pour-un-saut#jimage=289FE789-1A0B-41C5-8653-46B9E5BB2585

http://www.lugdunumcontest.com/2013/descente/

Artikel in der Landshuter Zeitung vom 27.09.2013

Ergebnisse auf: http://www.inlinedownhill.com/

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